Form folgt Funktion

Bewerbungsmappe

Bewerbungsformen

Ihr Messeauftritt war erfolgreich und Sie haben sich einen Überblick verschafft, welche Unternehmen Sie interessieren? Wissen sogar ganz konkret, auf welche Positionen Sie sich bewerben möchten? Haben eventuell den richtigen Ansprechpartner schon kennengelernt? Sehr schön! Der nächste Schritt ist jetzt, sich zu überlegen, welche Form Ihre Bewerbungsunterlagen annehmen sollen, um Ihre wichtige Werbebotschaft – und nur darum geht es bei einer Bewerbung – erfolgreich zu übermitteln. Denn die Zeit des Personalverantwortlichen ist sehr begrenzt. Wer seine Aufmerksamkeit gewinnen möchte, muss ihm die wichtigsten Informationen zur eigenen Person gut aufbereitet zur Verfügung stellen. Dabei können Sie zwischen einer ganzen Reihe an Bewerbungsformen wählen – je nach Ziel und Bewerbungssituation.

Die schriftliche Bewerbung

Die schriftliche Bewerbung ist der Klassiker unter den Bewerbungsformen. Die meisten Unternehmen werden Sie dazu auffordern, dass Sie sie vollständig einreichen. Das bedeutet, dass Ihre Bewerbungsmappe folgende Unterlagen enthalten sollte:
Lebenslauf
Er ist das wichtigste Dokument Ihrer Unterlagen: Der Leser soll auf einen Blick erkennen, wie gut Sie auf die zu besetzende Position passen.

Anschreiben
Das Anschreiben spielt im Vergleich zum Lebenslauf eine eher untergeordnete Rolle bei der Entscheidung für einen Kandidaten. Dennoch muss es den Leser neugierig machen auf die Person, die darin vorgestellt wird. Vor allem Ihre Motivation muss deutlich hervortreten.

Foto
Aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes dürfen die Unternehmen kein Foto mehr einfordern. Schicken Sie es dennoch mit, um Ihrer Bewerbung, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Gesicht zu verleihen. Mit einem offenen Lächeln wirken Sie sympathisch und vertrauenswürdig. Am besten lassen Sie das Foto vom Profi machen und holen sich bei der Auswahl auch die Meinung von Freunden ein.

Kopien von Arbeits- und Abschlusszeugnissen

Beschränken Sie sich bei Ihrer Auswahl auf aktuelle und vor allem jobrelevante Dokumente: Kopien der Hochschul-Abschlüsse, Fortbildungszertifikate, Arbeitszeugnisse und Praktikumsbescheinigungen. Sobald Sie einen Hochschulabschluss in der Tasche haben, ist das Abitur-Zeugnis meist irrrelevant. Mehr als drei bis vier Nachweise brauchen Sie in keinem Fall einzusenden.

Sonstiges (Arbeitsproben, Referenzen etc., soweit gewünschtbeziehungsweise vorhanden)

Die Initiativbewerbung

Ihr Wunscharbeitgeber hat derzeit keine Stellen ausgeschrieben? Warum nicht selbst die Initiative ergreifen? Denn dann sind Sie nicht mehr einer unter vielen, der sich auf eine Stellenausschreibung hin bewirbt, sondern stehen mehr oder weniger konkurrenzlos da. Zugleich signalisieren Sie damit, dass sie hochmotiviert sind und die Dinge in Angriff nehmen. Mit ein bisschen Glück landet Ihre Bewerbung genau in dem Augenblick auf dem Tisch des Personalverantwortlichen, in dem das Unternehmen Personalbedarf aufweist, den es aber noch nicht öffentlich ausgeschrieben hat. Viele Entscheider heben interessante Bewerbungen auch eine Zeit lang auf und greifen bei Engpässen darauf zurück. Experten gehen sogar davon aus, dass bis zu 40 Prozent aller Arbeitsplätze auf diesem Weg erobert werden. Das passiert aber nur, wenn Sie eindeutig und überzeugend darlegen, was Sie Besonderes zu bieten haben und warum gerade Sie in diesem Unternehmen und in dieser Position arbeiten wollen. Wie Sie Ihre Initiativbewerbung ausgestalten, bleibt Ihrer Kreativität überlassen – vielleicht probieren Sie es zunächst mit einer Kurzbewerbung.
Foto: R_B_by_Corinna Dumat_pixelio.de

Die Kurzbewerbung

Betrachten Sie jede Ihrer Bewerbungen als eine erste Arbeitsprobe für Ihren „Kunden“, die dieser von Ihnen zu sehen bekommt, als eine Art persönlichen Werbeprospekt und Ihre Visitenkarte. Für Kurzbewerbungen gilt das noch verstärkt, da sie sich auch vom Aussehen her den letzten beiden Punkten annähern können. Kurzbewerbungen dienen dazu, einen ersten Eindruck im Unternehmen zu hinterlassen und eignen sich daher auch gut, wenn Sie selbst die Initiative ergreifen möchten. Auch für Messen ist die Kurzbewerbung empfehlenswert! Häufig besteht sie nur aus einem prägnanten Anschreiben mit gekürztem Lebenslauf. Wichtig ist, dass Ihr Angebot überzeugend vermittelt, was Sie für das Unternehmen wirklich tun können. Außerdem muss Ihre hohe Motivation rüberkommen.

Die Online-Bewerbung

Heutzutage wird fast jede zweite Bewerbung online, also mittels Internet versendet. Viele Firmen bestehen inzwischen sogar darauf. Das hat einen umwelttechnischen Hintergrund (Papier, Verpackung sparen!), zum anderen möchte man sich die Bearbeitung und Verwaltung erleichtern.
Es gibt zwei Varianten: Einige Firmen bieten online ein vorgefertigtes Formular an, das nur ausgefüllt und per Knopfdruck zurückgemailt werden muss. Lassen Sie kein Pflichtfeld leer und wählen Sie nie die Auswahlmöglichkeit „Sonstiges“ an! Denn beides führt eher dazu, dass Ihre Bewerbung in der computergenerierten Kandidatenliste auf einen der letzten Plätze verwiesen wird. Im zweiten Fall gibt es keine Vorgaben, und man kann den Platz, den eine E-Mail plus Anhang bietet, nach Belieben ausnutzen.

Checkliste Online-Bewerbung

Das Anschreiben möglichst kurz und knapp formulieren und in das Textfeld der E-Mail setzen oder als Datei anhängen.
Aus dem Betreff muss klar hervorgehen, um welches Stellenangebot es sich handelt.
Die eigene Mailadresse sollte nach dem Schema vorname.nachname@anbieter.de aufgebaut sein.
Lebenslauf und Anschreiben müssen auch bei einer virtuellen Bewerbung datiert und unterschrieben sein (Unterschrift einscannen).
Alle Anhänge (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) als ein PDF mit eindeutiger Beschriftung (zum Beispiel nachname_bewerbung_stellenbezeichnung.pdf) versenden.
Begrenzen Sie die Zahl der Anhänge auf maximal drei Dateien, besser sogar nur zwei, um das Postfach des Adressaten nicht zu verstopfen. Noch besser: Alles zusammen als eine PDF-Datei versenden, die eine Dateigröße von maximal fünf Megabyte haben sollte.
Schicken Sie Ihre Bewerbung nicht an Sammeladressen wie info@firma.de (es sei denn, diese Adresse wurde angegeben), sondern suchen Sie die direkte Mailadresse des Personalzuständigen heraus.

Foto: Corinna Dumat_pixelio.de

Das Buch zum Thema:
Jürgen Hesse, Hans Christian Schrader, Das große Hesse/Schrader Bewerbungshandbuch, Stark 2011, 560 Seiten mit CD-ROM, 19,95 Euro, ISBN: 9783866684058.