Schienengebundener Verkehr - Facts & Figures

Der Schienenverkehr punktet vor allem durch seine Klimafreundlichkeit, seine Effizienz und Innovationskraft. Die Schiene hat in Deutschland nur einen Anteil von rund 1 % an den jährlichen Treibhausgasemissionen. Kein anderes Verkehrsmittel ist umweltfreundlicher – abgesehen vom Fahrrad.

Spitzenwerte

Ein Beispiel aus dem Schienengüterverkehr: Ein Güterzug, bespannt mit einer modernen elektrischen Mehrsystemlokomotive, kann auf der Alpentransitroute über den Brenner die Transportleistung von 28 Lkw übernehmen. Der CO2-Ausstoß ist um knapp zwei Drittel geringer als bei der Beförderung der Gütermenge über die Straße, gibt der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. an.

Im Personenverkehr kommt der ICE 3 laut VDB bei einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern und einer angenommenen Auslastung von nur 50 % auf einen Energieverbrauch pro Fahrgast von umgerechnet 2 Litern Benzin auf 100 Kilometer Strecke. 

Technologieführer

Knapp 50 000 Menschen arbeiten in Deutschland daran, solche Werte möglich zu machen und die entsprechenden Produkte auf der ganzen Welt zu vertreiben, so der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), der 161 Mitglieder zählt. Nicht nur Loks, Triebzüge, Straßenbahnen und Waggons, auch Leit- und Sicherungstechnik, Gleisoberbau, Streckenelektrifizierungen und Kommunikationstechnologie sowie die passenden Komponenten und Subsysteme gehören dazu. Die deutsche Bahnindustrie ist weltweit Technologieführer.

Dazu tragen mehr als 130 spezialisierte und innovative mittelständische Unternehmen ebenso bei wie die großen Systemhäuser. Die Ingenieure und Techniker der Bahnindustrie sind weltweit im Einsatz und entwickeln intelligente Mobilitätslösungen für Personen und Güter auf der Schiene unter den Hauptgesichtspunkten Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. 

Wen die Branche sucht und was sie zu bieten hat, fasst Dr.-Ing. Bärbel Jäger, Abteilungsleiterin Bahnsysteme im Institut für Verkehrssystemtechnik des DLR e.V. und Mitglied im Beirat des Verbands Deutscher Eisenbahningenieure (VDEI), zusammen:
„… Wir brauchen hoch qualifizierte, motivierte und engagierte Mitarbeiter. Die sich im Bahnbereich ergebenden Aufgaben in Forschung und Entwicklung sind interessant und spannend und es macht Spaß, in diesem durchaus innovativen Umfeld zu arbeiten.“
Quelle: "Der Eisenbahningenieur", Ausgabe 02/2012, S. 3; Foto: VDEI

Weltmarktlage

Insbesondere das Wachstum in China sowie umfangreiche Konjunkturprogramme weltweit hatten die Auswirkungen der Rezession auf den Weltmarkt für Bahntechnik weitgehend kompensiert. Der weniger konjunkturanfällige Schienenpersonenverkehr wirkte stabilisierend auf das Bahntechnikgeschäft. Infolge der aktuellen Schuldenkrise in Europa und den USA und den Unwägbarkeiten im chinesischen Markt wächst nun allerdings die Unsicherheit über die Stabilität der weltweiten Konjunktur, kommentiert der VDB die aktuelle Lage.