{"id":156,"date":"2021-07-26T16:08:44","date_gmt":"2021-07-26T14:08:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/?p=156"},"modified":"2021-09-23T11:37:03","modified_gmt":"2021-09-23T09:37:03","slug":"timo-plattner-und-simon-linnemanns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/interviews\/timo-plattner-und-simon-linnemanns\/","title":{"rendered":"Timo Plattner und Simon Linnemanns &#8211; Internationales Projektmanagement bei Siemens: Mobility Turnkey Solutions"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Internationale Projekte f\u00fcr Bahngesamtanlagen<\/h2>\n\n\n\n<p>Unter einem Turnkey-Projekt versteht man die Lieferung einer schl\u00fcsselfertigen Gesamtanlage. Der Bereich Mobility Turnkey Solutions (MTS) ist bei Siemens verantwortlich f\u00fcr die Akquisition und Abwicklung von Turnkey-Projekten in den Bereichen Rail und Road &amp; City Mobility. Im Rahmen der Konzeption, Optimierung und Implementierung dieser Gesamtanlagen durch die beteiligten Gesch\u00e4ftseinheiten \u00fcbernimmt MTS das Projektmanagement sowie die Systemgesamtintegration.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit baut Siemens unter anderem Bahngesamtanlagen in Riad (Saudi-Arabien) und Doha (Katar). Viele erfolgreich umgesetzte Turnkey-Projekte, zum Beispiel in Bangkok (Thailand) und Edinburgh (UK), sind bereits in Betrieb. Im Gespr\u00e4ch mit Zukunftsbranche Bahn berichten Timo Plattner und Simon Linnemanns von ihren Projekterfahrungen und geben einen Einblick in das Tagesgesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Herr Linnemans, Herr Plattner, Sie arbeiten beide bei Siemens im Bereich Mobility Turnkey Solutions an internationalen Gro\u00dfprojekten f\u00fcr Bahngesamtanlagen. Was versteht man darunter?<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"298\" src=\"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/wp-content\/uploads\/csm_Siemens-Simon-Linnemanns_6f29bf4f78.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1455\"\/><figcaption>Simon Linnemans (rechts im Bild) war zuletzt als Projekt-Direktor f\u00fcr das Tram-Projekt in Edinburgh t\u00e4tig.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Plattner:<\/strong>&nbsp;Man muss sich vorstellen, dass Bahngesamtanlagen aus unterschiedlichen Systemen, Produkten und Komponenten bestehen, wie zum Beispiel Gleis, Oberleitung, Signal- und Leittechnik bis hin zu Fahrzeugen. Diese einzelnen Gewerke werden von verschiedenen Siemens-Bereichen geliefert. Dar\u00fcber hinaus gibt es oftmals noch mehrere Bau- und Konsortialpartner. Wir tragen in diesen Gro\u00dfprojekten die Gesamtverantwortung f\u00fcr das Projektmanagement und die technische Systemintegration der beteiligten Gewerke sowie f\u00fcr die Koordination der einzelnen Stakeholder, zum Beispiel Kunden oder Unterlieferanten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:<\/strong>&nbsp;Der Kunde k\u00f6nnte diese Rolle nat\u00fcrlich auch selbst ausf\u00fcllen. Aufgrund der hohen Komplexit\u00e4t dieser Gesamtanlagen \u00fcbertragen jedoch zahlreiche Kunden diese Aufgabe an Siemens, da wir \u00fcber die Erfahrung und das Know-how verf\u00fcgen. So erh\u00e4lt der Kunde alles schl\u00fcsselfertig und aus einer Hand.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">In welchen Funktionen sind Sie in diese Projekte involviert?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:<\/strong>&nbsp;Angefangen habe ich vor Jahren als Ingenieur im Energiebereich und war verantwortlich f\u00fcr das Design und die Konstruktion von Nieder- und Mittelspannungsanlagen. Mit der Zeit habe ich mich dann st\u00e4rker in Richtung Projektmanagement entwickelt. Nach mehreren internationalen Eins\u00e4tzen, zum Beispiel in der T\u00fcrkei, habe ich nun zuletzt als Projekt-Direktor das Tram-Projekt in Edinburgh erfolgreich abgeschlossen und an den Kunden \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Plattner:&nbsp;<\/strong>Ich befinde mich jetzt seit zwei Jahren in Doha und arbeite aktuell am Projekt Qatar Education City People Mover System. Angefangen habe ich als Interface Manager, das hei\u00dft, ich habe die technische Schnittstelle zwischen Siemens, dem Kunden und den Baupartnern koordiniert. Aktuell bin ich als System Integration Manager t\u00e4tig. Meine Delegation nach Katar habe ich vor Kurzem um ein weiteres Jahr verl\u00e4ngert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:&nbsp;<\/strong>Der Alltag ist stark von Kommunikation gepr\u00e4gt. Es gibt im Grunde t\u00e4glich Meetings mit internen und externen Stakeholdern. In mein aktuelles Projekt sind ein Kernteam von rund 40 Mitarbeitern vor Ort sowie einige weitere Experten an anderen Standorten mit eingebunden. Einen Tag nur am Schreibtisch sitzen, das gibt es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Plattner:<\/strong>&nbsp;Das kann ich best\u00e4tigen! Mein Beruf erfordert ebenfalls ein hohes Ma\u00df an Interaktion. Als Ingenieur muss man nicht nur technisches Wissen mitbringen, sondern man ben\u00f6tigt auch die F\u00e4higkeit, die verschiedenen Schnittstellenpartner zu koordinieren und die unterschiedlichen Interessen optimal miteinander in Einklang zu bringen. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist eine Stra\u00dfenkreuzung. Die Elemente der Signalanlagen f\u00fcr Schienen- und Automobilverkehr werden von unterschiedlichen Partnern geliefert. Dies muss im Zusammenhang mit dem Bahnbetrieb, der Stra\u00dfenverkehrs- und der Landschaftsplanung betrachtet werden. Um die Signalanlage nun optimal abstimmen zu k\u00f6nnen, muss man nicht nur die Technik verstehen, sondern auch \u00dcberzeugungsarbeit bei den Partnern leisten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:<\/strong>&nbsp;In diesen Alltag mischen sich dann aber auch diese speziellen Tage, die in besonderer Erinnerung bleiben. Letztes Jahr ist die erste Tram in die Innenstadt Edinburghs gefahren. Nachts, vorbei am Edinburgh Castle, vor vielen Zuschauern \u2013 das sind dann wahre Erfolgsmomente f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Und was ist das Besondere in der t\u00e4glichen Arbeit?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Plattner:&nbsp;<\/strong>Ich denke, die Vielf\u00e4ltigkeit \u2013 und das in mehrerer Hinsicht. Man arbeitet an vielen verschiedenen Themen beziehungsweise Teilprojekten und steht in Kontakt mit den unterschiedlichsten Interessengruppen. Dazu kommt in internationalen Projekten nat\u00fcrlich auch der interkulturelle Aspekt. Man hat jeden einzelnen Tag die M\u00f6glichkeit, sich fachlich wie auch pers\u00f6nlich auf verschiedenen Ebenen weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:<\/strong>&nbsp;Au\u00dferdem herrscht in einem Projekt immer eine besondere Dynamik. Jeder neue Tag ist im wahrsten Sinne des Wortes eine \u00dcberraschung. Man sieht morgens in seinen Kalender und denkt sich: \u201eHeute wird ein ruhiger Tag\u201c \u2013 und geht am Abend mit dem Gedanken nach Hause: \u201eWow, was f\u00fcr ein Wahnsinnstag\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Und wie f\u00fchlt sich das dann an, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen ist?&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:<\/strong>&nbsp;Wenn ein Projekt erfolgreich an den Kunden \u00fcbergeben wurde, ist das eine tolle Teamleistung und wird nat\u00fcrlich entsprechend im Team gefeiert. Das geh\u00f6rt einfach dazu!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Plattner:&nbsp;<\/strong>Man ist einfach stolz auf das, was geleistet wurde, und auf alle, die daran mitgearbeitet und sehr viel Zeit und Energie investiert haben. Da kommt ein befreiendes Gef\u00fchl auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Linnemans:<\/strong>&nbsp;Ja, wenn man \u201esein\u201c Projekt dann erfolgreich abgeschlossen sieht, f\u00fchlt man sich wie ein Champion. Ganz nach dem Motto \u201eYeah, we made it!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Projekte f\u00fcr Bahngesamtanlagen Unter einem Turnkey-Projekt versteht man die Lieferung einer schl\u00fcsselfertigen Gesamtanlage. 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