{"id":166,"date":"2021-07-26T16:13:22","date_gmt":"2021-07-26T14:13:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/?p=166"},"modified":"2021-09-23T11:37:03","modified_gmt":"2021-09-23T09:37:03","slug":"hendrik-stalmann-fischer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/interviews\/hendrik-stalmann-fischer\/","title":{"rendered":"Hendrik Stalmann-Fischer &#8211; Student der Verkehrswissenschaften an der TU Dresden"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eMan muss neugierig sein, um \u00fcber den Tellerrand eines Verkehrstr\u00e4gers hinauszuschauen\u201c<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Interview mit Hendrik Stalmann-Fischer, Student der Verkehrswissenschaften an der TU Dresden<\/h3>\n\n\n\n<p>Hendrik Stalmann-Fischer ist 20 Jahre alt und studiert seit 2011 Verkehrsingenieurwesen an der Technischen Universit\u00e4t Dresden, ab dem kommenden Semester mit dem Schwerpunkt Eisenbahn und \u00d6PNV. Im Gespr\u00e4ch mit Zukunftsbranche Bahn erkl\u00e4rt der geb\u00fcrtige Hamburger, warum er sich f\u00fcr ein Studium mit Eisenbahn-Schwerpunkt in Dresden entschieden hat und welche Erfahrungen er dort bisher gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Herr Stalmann-Fischer, wie kam es zustande, dass Sie sich f\u00fcr ein Studium mit einem Eisenbahn-Schwerpunkt in Dresden entschieden haben?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich hatte schon lange ein grunds\u00e4tzliches Interesse an Mobilit\u00e4tsfragen, also was f\u00e4hrt wo und warum. Bereits als Kind fand ich Eisenbahn faszinierend, weil sie einerseits technisch anspruchsvoll ist \u2013 wie zum Beispiel Hochgeschwindigkeitsverkehre \u2013 und andererseits h\u00f6chst komplex; man denke an die Nahverkehrsnetze in den Metropolen. Ich fand es immer sehr spannend, mich mit solchen Themen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Muss man mit der Modelleisenbahn im Kinderzimmer oder auf der Dampflokomotive gro\u00df geworden sein, um sich f\u00fcr das Thema Eisenbahn zu begeistern?<\/h4>\n\n\n\n<p>Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube vielmehr, dass man eher Interesse an technischen Fragen und Planungsprozessen haben muss. Wir haben hier an der Fakult\u00e4t auch viele Studenten, die eisenbahnspezifische Themen vertiefen, aber gar nicht aus der Fachrichtung kommen, weil sie sich einfach f\u00fcr die Technik begeistern k\u00f6nnen oder zum Beispiel f\u00fcr das Zusammenspiel der unterschiedlichen Faktoren in Fragen der Netzbildung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was muss man denn mitbringen, um im Studium des Verkehrswesens Erfolg und Freude zu haben?<\/h4>\n\n\n\n<p>Man muss grunds\u00e4tzlich an dem Thema Mobilit\u00e4t interessiert sein und man muss neugierig sein, um \u00fcber den eigenen Tellerrand eines bestimmten Verkehrstr\u00e4gers hinauszuschauen. Au\u00dferdem muss man einfach einen guten Blick auf die Welt haben, aufmerksam durchs Leben gehen und schauen, was die T\u00fccken des Alltags sind und wo man Dinge verbessern kann. Es ist extrem hilfreich, wenn man sich aus dem t\u00e4glichen Leben heraus dem Thema widmet und aufgrund der eigenen Alltagserfahrungen mit Mobilit\u00e4t Problemstellungen und L\u00f6sungen entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Welche Kenntnisse und F\u00e4higkeiten sollte man aus der Schule mitbringen?<\/h4>\n\n\n\n<p>Es ist schon von Vorteil, wenn man in Mathe gute Noten hatte. Allerdings glaube ich, dass man dieses Studium mit ein bisschen mehr Anstrengung auch ohne diese Voraussetzung aufnehmen kann. Nicht umsonst kann man sich f\u00fcr das Studium des Verkehrswesens an der TU Dresden statt mit dem Abitur zum Beispiel auch mit einem Meisterbrief bewerben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie beurteilen Sie das Curriculum der Verkehrswissenschaften in Dresden?<\/h4>\n\n\n\n<p>Dresden punktet nat\u00fcrlich extrem dadurch, dass es eine Fakult\u00e4t Verkehrswissenschaften gibt, wo einem praktisch die gesamte Bandbreite des Themas geliefert wird. Im Verkehrsingenieurwesen bekommt man im Grundstudium beispielsweise Einblick in wirtschaftliche, technische, politische, gesellschaftliche und weitere Aspekte des Verkehrs und dazu noch in alle Verkehrstr\u00e4ger. In Dresden ist einfach durch die vielen Professuren, die zu vielen verschiedenen Teilbereichen im Verkehrswesen existieren, eine geballte Kompetenz vorhanden. Was ich an Dresden auch sehr sch\u00e4tze, ist der Zusammenhalt unter den Studenten in den Verkehrswissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6nnen Sie uns ein Beispiel nennen, mit was Sie sich als angehender Verkehrswissenschaftler ganz konkret und praxisbezogen besch\u00e4ftigt haben?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ja, da gibt es tats\u00e4chlich ein Beispiel. Im Grundstudium lernt man im Fach Bahn und \u00d6PNV die Stellwerkstechnik in Deutschland kennen und man hat Gelegenheit, sich als Fahrdienstleiter auszuprobieren. Daf\u00fcr steht ein gro\u00dfes Eisenbahnbetriebslabor im Keller der Fakult\u00e4t bereit, das den Bahnbetrieb im Modell realistisch nachbildet. Dort gibt es von einem alten elektrischen Stellwerk von Siemens von 1910 bis hin zu einem modernen ESTW ganz unterschiedliche Stellwerkstypen, sogar noch mechanische Stellwerke. Als Student bekommt man dort einen Fahrplan vorgelegt und man muss an jedem Stellwerk einmal Fahrdienstleiter spielen und den Bahnbetrieb durchf\u00fchren, w\u00e4hrend die Z\u00fcge im Modell ganz realistisch unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gab es im Studium Dinge, die Sie nicht erwartet h\u00e4tten und die Sie vielleicht sogar \u00fcberrascht haben?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ja, ich war zum Beispiel sehr \u00fcberrascht von Fragen rund um unsere Umwelt \u2013 und zwar davon, wie stark man die Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt mathematisch und sogar in Geldwert berechnen kann. \u00dcberrascht hat mich auch, wie sehr mir die Vorlesung Luftverkehrsanlagen gefallen hat. Inzwischen sch\u00e4tze ich es sehr, dass man hier eine gewisse Interdisziplinarit\u00e4t von Anfang an mitgeliefert bekommt. Man blickt von Beginn an auch auf andere Verkehrstr\u00e4ger und lernt dabei oft f\u00fcr den eigenen Lieblingsverkehrstr\u00e4ger etwas. Auch das hat mich positiv \u00fcberrascht. Dar\u00fcber hinaus fand ich immer interessant, wirtschaftliche Fragen zu beleuchten, um beispielsweise zu entscheiden, wann ich welchen Verkehrstr\u00e4ger einsetze. Besonders spannend finde ich, zu entscheiden, wann ist Eisenbahn sinnvoll, wann lasse ich lieber einen Bus fahren oder wann nehme ich ein komplexes, neues System \u2013 vielleicht auch mal eine Seilbahn oder den Transrapid.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Haben Sie schon konkrete Vorstellungen davon, in welchem Bereich oder in welcher Art von Unternehmen Sie einmal arbeiten werden?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich vertiefe das Fach Verkehrssystemtheorie mit dem Schwerpunkt Eisenbahnverkehr und \u00d6PNV. Das liefert die Grundlagen f\u00fcr Netzplanung, Linienplanung und Kapazit\u00e4tsplanung. Es kann also durchaus zu so einem Unternehmen wie DB Netz AG gehen, wo man dann quasi Trassenplanung macht. Es kann aber auch zu einem Aufgabentr\u00e4ger im \u00d6PNV gehen, bei dem man f\u00fcr die Angebotsplanung zust\u00e4ndig ist, oder eben zu einer Consultingfirma, bei der man Angebote ausarbeitet und Fahrpl\u00e4ne gestaltet. Da bin ich zurzeit noch sehr offen, ich denke, das wird sich im weiteren Verlauf meines Studiums genauer herausbilden, wo ich dann sp\u00e4ter lande.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Interview wurde im Jahr 2013 mit Herrn Stalmann-Fischer gef\u00fchrt.<br>Foto: Privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMan muss neugierig sein, um \u00fcber den Tellerrand eines Verkehrstr\u00e4gers hinauszuschauen\u201c Interview mit Hendrik Stalmann-Fischer, Student der Verkehrswissenschaften an der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1481,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"_kad_blocks_custom_css":"","_kad_blocks_head_custom_js":"","_kad_blocks_body_custom_js":"","_kad_blocks_footer_custom_js":"","_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[],"class_list":["post-166","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews"],"taxonomy_info":{"category":[{"value":57,"label":"Interviews"}]},"featured_image_src_large":["https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/wp-content\/uploads\/Hendrik-Stalmann-Fischer-1024x683.jpg",1024,683,true],"author_info":{"display_name":"Dennis Tesch","author_link":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/author\/dtesch\/"},"comment_info":0,"category_info":[{"term_id":57,"name":"Interviews","slug":"interviews","term_group":0,"term_taxonomy_id":57,"taxonomy":"category","description":"","parent":0,"count":19,"filter":"raw","cat_ID":57,"category_count":19,"category_description":"","cat_name":"Interviews","category_nicename":"interviews","category_parent":0}],"tag_info":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=166"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1480,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166\/revisions\/1480"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zukunftsbranche-bahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}